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05. Dezember 2006, 12:00 Uhr

Reform macht krank

Berlin hat immer mehr dauerhaft erkrankte Lehrer. Nach Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW hat sich die Zahl in den vergangenen zwei Jahren von 530 auf 900 drastisch erhht. "Die Tendenz ist steigend und stark beunruhigend", sagte Manfred Triebe von der GEW-Arbeitsgruppe Gesundheitsschutz. Den Anteil derer, "die eine Dauerkrankheit nur mimen", schtzt Triebe auf etwa 5 Prozent. Zumeist lgen schwere Erkrankungen wie Krebs und Herzprobleme zugrunde.

Hufig sei Stress ein Auslser. Ein stndiger Reformdruck habe das Arbeitspensum "enorm hochgedrckt", die Hilfen der Verwaltung seien mangelhaft. Seit Jahren werde in die Schulen der Hauptstadt "fast jede Woche ein neues Rundschreiben" geschickt, sagte der GEW-Experte.

Viele Pdagogen "sind ins tiefe Wasser geworfen worden", sagte Triebe. Zahlreiche aus dem Ostteil Berlins in den Westteil versetzte Lehrer und Schulleiter seien aus ihren sozialen Zusammenhngen in vllig andere, ihnen unbekannte Strukturen gedrngt worden, "und dies ohne jede Anleitung". Auch solche Entwicklungen knnten zu Erkrankungen fhren. In den Grundschulen fielen derzeit jede Woche etwa 10.000 Stunden Unterricht aus, an den Gymnasien etwa 5.000, berwiegend wegen Krankheitsfllen. Triebe sagte: "Alles in allem sind das jedes Jahr rund 25 Millionen Euro Gehaltszahlungen fr praktisch nichts."

Viele der lteren Pdagogen seien zustzlich entmutigt worden durch die schrittweise Abschaffung der Chance zur Altersteilzeit. "Zuvor haben sich noch viele zusammengerissen und gesagt, das halte ich noch zwei oder drei Jahre durch." Jetzt sei "diese Hoffnung auch noch zusammengebrochen". Die Arbeitsbelastung habe inzwischen "jedes ertrgliche Ma berschritten".

Der scheidende Rektor der Rtli-Schule in Nordneuklln, Helmut Hochschild, hat unterdessen die Abschaffung der Hauptschulen gefordert. "Eine Berliner Hauptschule kann nicht gesund werden. Denn das System ist krank."

 

(Quelle: taz)

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