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01. Dezember 2006, 12:00 Uhr

Meine Schule in Counter-Strike

Seit bekannt ist, dass der Emsdettener Amokläufer Sebastian B. Counter-Strike gespielt hat und seine eigene Schule als Map erstellt hat, gilt das Shooterspiel für manchen Politiker als Hauptursache seiner blutigen Aktion. Erst wird die Tat virtuell trainiert - und dann im realen Leben ausgeführt. Wenn dies tatsächlich zuträfe, müsste man jeden Tag mit einem neuen Amoklauf an einer Schule rechnen. Denn im Netz gibt es dutzende von Spielern selbst programmierte Maps, die nichts anderes als deren Schulgebäude darstellen. Seine eigene Schule für einen Shooter nachzubauen, gilt in einschlägigen Foren mittlerweile sogar schon als einfallslos, weil naheliegend. Trotzdem wird von Schülern aus Deutschland und der ganzen Welt fleißig gemappt - nicht nur für Counter-Strike, sondern auch für andere Shooter wie Doom und Quake.

Dass Spieler lieber ihre Schule als Counter-Strike-Map bauen und nicht etwa eine Fantasielandschaft dürfte einen simplen Grund haben: Damit kann man seine Mitschüler einfach mehr beeindrucken. Das Programmieren einer solchen Map ist sehr zeitintensiv: Ein 3D-Modell der Schule muss erstellt und mit passenden Oberflächen (Texturen) versehen werden. Häufig fotografieren Schüler sogar Wände und Fassaden, um Gebäude und Innenräume möglichst realistisch darstellen zu können.

Mancher Map-Bastler fragt sich nach dem Amoklauf sogar voller Sarkasmus, ob er jetzt nicht eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt. "Ich habe übrigens meine (alte) Schule auch als CS Map nachgebaut", schreibt ein Forumsteilnehmer auf gamestar.de (CS steht für Counter-Strike), "sehr realistisch sogar. Lauf ich deswegen gleich Amok?"

Weitere Infos unter:  http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,450393,00.html

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