08.02.2010 12:00   >>> CidSNews
Ausbildungsmarkt 2010 - Im Zeichen der Wirtschaftskrise
Angenommen wurde, dass der demografische Wandel und die bereits spürbar sinkende Zahl von Absolventinnen und Absolventen allgemein bildender Schulen dazu führen, dass sich die Lage für Ausbildungssuchende zunehmend entspannt. Im Jahr 2009 wurde diese Entwicklung aber durch die Wirtschaftskrise gebremst. Sie trug dazu bei, dass bundesweit 52.590 Ausbildungsplätze weniger als im Vorjahr angeboten wurden.

Die aktuelle Erhebung des BIBB zur Versorgungslage auf dem Ausbildungsstellenmarkt beinhaltet auch eine Prognose für das Jahr 2010. Demnach soll das Nachfragepotenzial nach dualer Berufsausbildung weiterhin deutlich sinken. Im Osten Deutschlands werden Betriebe vor weiter wachsenden Problemen stehen, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.

Auch soll sich die Versorgungslage für Ausbildungsplatzsuchende in diesem Jahr noch nicht grundlegend verbessern. Trotz des demografischen Wandels verhindere die wirtschaftliche Situation ein ausgeglichenes Verhältnis von Bewerberinnen und Bewerbern einerseits und freien Ausbildungsstellen andererseits. Zurzeit sei die wirtschaftliche Erholung noch nicht so gefestigt, dass mit einer Stabilisierung des betrieblichen Ausbildungsplatzangebots zu rechnen ist.

Für 2010 ist laut BIBB-Erhebung auch mit sinkenden Absolventenzahlen aus dem schulischen Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr und der Berufsfachschule (ohne voll qualifizierende Abschlüsse) gegenüber 2009 zu rechnen. In Westdeutschland werde der Rückgang 2,8 Prozent betragen, in  den neuen Bundesländern und Berlin soll er bei 13,8 Prozent liegen.

Je nach Branche ist die Situation auf dem Ausbildungsmarkt unterschiedlich. Handwerksbetriebe beklagen seit längerem einen Mangel an Lehrlingen. Knapp 10.000 Ausbildungsplätze konnten laut Zentralverband des Deutschen Handwerks im letzen Jahr nicht besetzt werden. Mit der lebendigen Imagekampagne "Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht von nebenan." wird derzeit versucht, Jugendliche für einen der 151 Ausbildungsberufe des  Handwerks zu begeistern.

Nach Schätzungen der IG Metall wird es in der Metall- und Elektrobranche im Jahr 2010 mindestens zehn Prozent weniger Ausbildungsplätze geben. Gleichzeitig warnt die Gewerkschaft davor, die Zukunftsaussichten junger Menschen von der jeweiligen Wirtschaftslage abhängig zu machen. Die IG Metall fordert eine geänderte Finanzierung der Ausbildung, beispielsweise durch einen Branchenfonds, in den alle Betriebe einer Branche einzahlen, egal ob tarifgebunden oder nicht.

Die Unsicherheit der Jugendlichen über deren Berufslaufbahn geht auch nach der Ausbildung weiter. Laut einer Kurzstudie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) haben knapp zwei Drittel der Azubis kurz vor Ende ihrer Ausbildung keine Übernahmezusage. Und selbst wenn junge Menschen übernommen werden, erfolgt dies meist nur zeitlich befristet. Lediglich 38 Prozent der befragten Azubis, die bereits eine Übernahmezusage haben, werden in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

GPC-Bericht zur BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2009: www.good-practice.de/infoangebote_beitrag4016.php

Zur BIBB-Erhebung:http://www.bibb.de/de/53060.htm

Zur Kampagne des Handwerks:http: http://www.handwerk.de/die-wirtschaftsmacht/kampagne.html

Analyse der IG Metall:http: http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/view_jupo_2889.htm

DGB-Studie zur Übernahmesituation von Auszubildenden 2009/2010: (PDF, 87 KB):

http://www.dgb-jugend.de/ausbildung/meldungen/uebernahme/data/303_studie_uebernahme_2009_2010.pdf


(Quelle: teachersnews.net)

 

 

 

 

 

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