Die Bezirksstadträtin der Abteilung Jugend, Familie und Schule Monika Herrmann teilt mit:
Ich begrüße die Einberufung eines Rundes Tisches zum Thema SchulhelferInnen sehr. In den letzten Monaten hat es sich gezeigt, dass die Vergabe der Schulhelferstunden nach den zur Zeit angewandten Regelungen für Kinder, Jugendliche, Eltern und Schulen in keiner Weise auch nur annähernd als befriedigend bezeichnet werden kann.
Die Integration behinderter Kinder und Jugendlichen in Regelschulen ist richtig und wichtig. Alle Kinder und Jugendliche haben das gleiche Recht auf Bildung und bestmögliche Förderung ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Dies gelingt, auch im Rahmen der neuen Schulstruktur nur, wenn auch die finanziellen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden. Es ist deshalb aus meiner Sicht völlig kontraproduktiv, den Bezirken ein Budget für Schulhelferstunden zuzuweisen, welches schon vom Ansatz her als zu gering eingestuft wird und nicht dem tatsächlichen Bedarf entspricht.
Die Bereitstellung der Gelder für das jeweilige Kalender- bzw. Haushaltsjahr (und nicht wie eigentlich notwendig, für das jeweilige Schuljahr) führt zu großen Verunsicherungen bei Schulen, Schulhelfern und Eltern und dazu, dass es keine wirkliche planbare und nachhaltige Perspektive für die Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen, deren Familien aber auch für die jeweiligen Träger gibt.
Während meiner Gespräche mit betroffenen Eltern wird immer wieder deutlich, dass die genehmigten Schulhelferstunden nicht ausreichen, um den SchülerInnen in der Schule eine angemessene Förderung zu teil werden zu lassen. Die Bewältigung des normalen Schulalltags gestaltet sich zunehmend als schwierig und in der Vergangenheit erzielte Lernerfolge und Fortschritte können nicht weiterentwickelt werden- im Gegenteil, oft gibt es zunehmend Rückschritte und Misserfolge.
Aus dieser sehr nachvollziehbaren Not der Familien heraus erreichen das Jugendamt zunehmend Klagen, die dazu führen, dass die Ausgaben für die individuelle Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen an Schulen durch das Jugendamt getragen werden müssen. Damit werden die Kosten auf eine nicht korrekte Art und Weise umverteilt- durch die Minderausstattung der Senatsverwaltung Bildung, Wissenschaft und Forschung werden die erforderlichen Ausgaben still und heimlich auf die bezirklichen Jugendämter verlagert. Dies ist nicht weiter zu akzeptieren!
Bleibt zu hoffen, dass bei einer Diskussion um den Einsatz von SchulhelferInnen auch betroffene Familien als ExpertInnen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ausreichend einbezogen werden.
Quelle: Pressemitteilung des BA Friedrichshain-Kreuzberg