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Pressespiegel

Dreisatz online

Herr Kuschela, für Schulen gilt: Die Homepage ist die Visitenkarte im Internet. Können denn Lehrer schöne Webseiten bauen?

Wenn man sieht, wie liebevoll viele Webseiten von Schulen gestaltet sind, sehen Sie, dass viele Lehrer das durchaus können. Natürlich bestehen an Oberschulen mehr Möglichkeiten, weil dort die Homepages nicht mehr federführend von Lehrern gemacht werden, sondern von Schülern mit Unterstützung der Lehrer. An den Grundschulen liegt die Gestaltung der Homepages dagegen nach wie vor überwiegend bei den Lehrern. Aber auch dort schreiben die Schüler Beiträge für die Internetseiten der Schulen.

Sind Schüler bessere Website-Gestalter?

Vor allem viele Gymnasien fahren sehr gut damit, die Homepage-Gestaltung auf die Schüler zu übertragen.

Wie weit das möglich ist, hängt unter anderem von der Abstraktionsfähigkeit der Schüler ab, wie gut sie sich also bereits bei der Erstellung vorstellen können, wie die fertige Seite einmal aussehen wird. Wenn das altersbedingt noch nicht so möglich ist, wie in den Grundschulen, werden die Schüler besser inhaltlich eingebunden. Eine Lehrerin aus Westdeutschland hat für ihre Schüler ein Weblog gebaut. Die Inhalte stammen von den Schülern. Interessanterweise entstand dabei ein sehr intensiver Kontakt der Lehrerin zu den Eltern der Schüler. Das geht freilich nur, wenn das von allen Seiten unterstützt wird.

Was sind denn die wichtigsten Kriterien für Schul-Homepages?

Das wichtigste Kriterium ist Information. Wir schauen uns regelmäßig die Schulwebseiten an, um Schwächen herauszufinden. Und die Hauptnotwendigkeit ist nach wie vor Aktualität. Niemand interessiert zu Ostern der Bericht von der Weihnachtsfeier. Die Schulhomepage wird nur dann immer wieder besucht, wenn es zu einer Kommunikation zwischen Schülern, Eltern, Lehrern kommt. Wenn ich also dort zum Beispiel erfahre, wann die nächste Sitzung der Gesamtelternvertretung stattfindet und wo welche Schüler-AG das nächste Mal tagt.

Was kann eine gute Homepage leisten?

Ein wichtiger Punkt für die Homepage ist der Punkt Schulaktivitäten, also das Schulprofil. Dies gilt besonders für Oberschulen. Bei der Entscheidung, auf welche weiterführende Schule ein Kind gehen soll, spielt das Internet und die Aussagekraft der Schul-Homepage eine zentrale Rolle, wenn es um den ersten Eindruck geht. Danach entscheidet sich häufig, bei welchen Schulen man den Tag der offenen Tür nutzt. Zu einer guten Schul-Webseite gehört aber auch die Ehemaligenpflege. Im englischsprachigen Raum haben die Ehemaligen für die Schule eine immense Bedeutung, nicht zuletzt, weil sie häufig ihre alten Schulen unterstützen. Einige Oberschulen pflegen das inzwischen sehr intensiv, auch weil bei den Ehemaligentreffen Spenden für die Schule herauskommen.

Was ist mit dem Förderverein?

Der Förderverein ist ein wichtiger Teil der Schule und sollte über die Homepage erreichbar sein. Ob dessen Seiten direkt auf der Schul-Homepage stehen müssen oder ob man verlinkt, muss jede Schule selber wissen. Bei der Entscheidung sollte man die rechtliche Seite beachten. Befinden sich die Seiten des Fördervereins auf der Schul-Homepage, ist die Schule für die dort gemachten Äußerungen verantwortlich. Wir empfehlen darum, den Förderverein zu verlinken, wobei CidS auch den Fördervereinen kostenlosen Platz für ihre Homepages anbietet.

Auf amerikanischen Schul-Webseiten befinden sich inzwischen auch Lehrmaterialien. Heißt es auch in Deutschland bald immer öfter: Internet statt Fotokopie?

Bislang wurde die Digitalisierung der Medien in Deutschland und auch in Berlin noch nicht so exzessiv betrieben wie zum Beispiel in den USA. Die meisten Lehrkräfte haben ihre Materialien auf Papier. Der Aufwand, diese Materialien zu digitalisieren, wäre zu groß. Die jungen Lehrkräfte hingegen beginnen sofort, ihre Lehrmaterialien digital zu erstellen. Man kann dies beispielsweise auf der Homepage des Gymnasiums Steglitz sehen. In deren Fachbereichen Erdkunde und Mathematik wird das Internet genutzt, um den Schülern interessante Materialien über das Netz anzubieten.

Nimmt man da nicht die Benachteiligung anderer Schüler in Kauf? Man kann schließlich nicht davon ausgehen, dass in jedem Schülerhaushalt ein PC mit Internet-Anschluss steht.

Diese Frage stellt sich von Region zu Region und von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich. In Gebieten mit finanziell schwachen Elternhäusern muss selbstverständlich darauf Rücksicht genommen werden, dass nicht überall Computer mit Netzanschluss stehen. Durch den Ganztagsschulbetrieb an den Berliner Grundschulen sind die Schüler aber auch oft nachmittags in der Schule und könnten dort auf die Rechner zugreifen.

Rücksicht sollte man auch auf die Lehrer nehmen, die die Schul-Homepages betreuen. Wie kann man sie unterstützen?

Das fängt damit an, dass man die Webseiten mit geeigneten Werkzeugen erstellt. Mit Programmen wie Dreamweaver oder Frontpage muss niemand HTML-Befehle eingeben, sondern arbeitet fast so wie mit dem gewohnten Textverarbeitungsprogramm. Noch komfortabler wird es, wenn man professionelle Redaktionssysteme einsetzt, die alle Funktionen beinhalten, die man für die aktuellen Inhalte benötigt. Zum Schluss kommt es nicht darauf an, dass die Homepage schön bunt blinkt, sondern dass man dort immer aktuelle Inhalte findet und darum immer wieder gerne zu dieser Seite kommt.

Professionell klingt teuer.

Das stimmt für Schulen so nicht. Es gibt Programme, die für Bildungseinrichtungen kostenfrei sind. In Berlin bietet CidS den Schulen das kostenfreie Programm Conpresso. Die Stärke des Programms liegt unter anderem in der guten Dokumentation und in der deutschsprachigen Unterstützung. Zu Conpresso gibt es sehr viele Foren im Internet, so dass die Lehrer auch sehr schnell Hilfe finden können. Zu diesem Programm bietet CidS auch Musterseiten an, die dann von den Schulen nach ihren individuellen Wünschen angepasst werden.

CidS bietet auch noch ein anderes System für die Gestaltung von Internet-Seiten an.

Ja, dabei handelt es sich um das Programm Moodle. Moodle ist ein Lernmanagement-System. Man kann damit den Schülern Lernaufgaben über das Internet anbieten. Ein Mathematiklehrer kann beispielsweise interaktive Arbeitsblätter zum Dreisatz auf die Schulhomepage stellen. Die Schüler sehen auf der Homepage die Aufgaben, erfahren etwas über die Lösungswege, können diese direkt ausprobieren und bekommen auch noch gleich die Auswertung mitgeteilt. Solche Beispiele kann man sich auch für andere Fächer vorstellen. Auch für Moodle gibt es übrigens Musterseiten.

Wo können sich Lehrer über diese Werkzeuge informieren und bei Bedarf schulen lassen?

Wir sammeln die Anfragen der Schulen. Wenn wir genügend Lehrer zusammen haben, organisieren wir Kurse oder Workshops.

Das Interview führte Kurt Sagatz

Markus Kuschela leitet die gemeinnützige Einrichtung CidS, die Berliner Schulen mit Computerspenden, aber auch mit Webseite-Workshops unterstützt. Im Internet unter www.cids.de

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